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ASF: Kinder Alleinerziehender sind armutsgefährdet

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes leben immer mehr Kinder in Deutschland mit nur einem Elternteil. Diese Kinder sind besonders armutsgefährdet und sind überproportional auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Mit diesem Thema setzte sich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen unlängst auseinander.
„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, betont die ASF-Kreisvorsitzende Dr. Heide Kottmann. Obwohl der Ausbau der Betreuungsplätze und Bildungsangebote deutlich zugenommen habe, sei das Angebot noch lange nicht ausreichend. Deshalb beurteilen die SPD-Frauen auch das Urteil des Bundesgerichtshofs kritisch, nach dem geschiedene Mütter - sobald ihr Kind drei Jahre alt ist - keinen Unterhaltsanspruch haben und Vollzeit arbeiten sollen.
„Das Bildungspaket der Bundesregierung reicht nicht aus, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen“, so Heide Kottmann weiter. Sie verwies darauf, dass die SPD seit langem fordere, den Kinderzuschlag weiterzuentwickeln und den Kinderfreibetrag so umzustellen, dass Gutverdiener nicht länger bevorteilt werden. Besser wären z.B. gebührenfreie vorschulische und schulische Bildung und Betreuung mit Mittagsessen und Förderunterricht. Alle Kinder und Jugendliche müssten bestmöglich qualifiziert werden, denn nur ein hoher Bildungsgrad könne das Armutsrisiko verringern.
Ein weiterer Grund für die steigende Kinderarmut sei die drastische Zunahme prekärer Beschäftigung, so die Meinung der SPD-Frauen. „Elternteile brauchen eine existenzsichernde Beschäftigung. Der gesetzliche Mindestlohn verhindert, dass Menschen arm sind, obwohl sie arbeiten“, argumentiert Heide Kottmann.