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Pflege hat Zukunft

„Pflege hat Zukunft“ lautete der Titel einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im Kreis Göppingen, zu der die beiden Kreisvorsitzenden Klaus-Peter Grüner und Dr. Heide Kottmann zahlreiche Interessierte in der Stadthalle Eislingen begrüßen konnten.
„Immer mehr Menschen benötigen im Alter Pflege. Die SPD hat sich in dieser Legislaturperiode für das Thema Pflege stark gemacht. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Wir wollen weg von der Minutenpflege hin zu einer würdevollen Pflege im Alter“, betonte die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens in ihrem Impulsreferat. Bereits verabschiedet seien das Familienpflegegesetz und die Pflegestärkungsgesetze I bis III. Eckpunkte der Reformen sind die Entlastung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen und ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff (5 Pflegegrade unter Einbeziehung dementieller Erkrankungen statt bisher 3 Pflegestufen). Pflegeberufe hätten Zukunft, aber aufgrund der hohen Belastung und der geringen Wertschätzung wollten immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Pflege tätig sein. „Die SPD fordert seit langem ein Pflegeberufegesetz, das den veränderten Anforderungen Rechnung trägt. Die Attraktivität der Ausbildung muss gesteigert, die Qualität der Pflege verbessert und die Entlohnung gerechter werden“, so Heike Baehrens weiter. Dies werde bisher aber von CDU und CSU blockiert.
Anschließend berichteten die examinierte Altenpflegerin Anke Löffel, beschäftigt bei einem privaten Pflegedienst, und Christine Schlenker, Leiterin einer stationären Pflegeeinrichtung, über ihre Erfahrungen mit den gesetzlichen Neuregelungen. „Die Reformen sind in der Praxis gut angekommen. Durch den Bürokratieabbau bei der Dokumentation bleibt mehr Zeit für die Patienten, gleichwohl ist das Zeitkontingent oft nicht ausreichend“, bemerkte Anke Löffel. Auch die Angehörigenberatung werde gut angenommen. Sie mache ihre Arbeit sehr gerne, auch wenn diese oftmals physisch und psychisch sehr belastend sei. „Die stationäre Pflege hat sich im Vergleich zu früher verändert: Die Menschen, die heute in die stationäre Pflege kommen sind älter, kränker und oftmals an Demenz erkrankt“, so Christine Schlenker. Selbstbestimmung im Alter ist für sie ein wichtiger Faktor In der öffentlichen Wahrnehmung seien Pflegeheime – im Gegensatz zu Hospizen - negativ besetzt. Dazu trügen nicht zuletzt Horrorszenarien von Pflegestationen in den Medien bei. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gingen ihrer Arbeit mit viel Engagement nach. „Pflege ist Beziehungsarbeit. Und die ist nicht messbar und nicht abrechenbar“, so ihr Fazit.