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ASF: Frauen haben ‚Recht auf Mehr‘!

Anlässlich des Equal Pay Days am 18. März erklärt Dr. Heide Kottmann, Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Göppingen:

„Noch immer sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen hoch. Die Lohnlücke – auch Gender Pay Gap genannt - hat sich in den letzten Jahren nur marginal verkleinert und beträgt derzeit 21 Prozent. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich ziemlich weit hinten.

Mit der Einführung des Mindestlohns, der Geschlechterquote in Aufsichtsräten und des Entgeltgleichheitsgesetzes sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Gleichstellung getan worden. So schafft z.B. das Anfang dieses Jahres eingeführte Entgelttransparenzgesetz mehr Transparenz bei den Lohnstrukturen und unterstützt Frauen darin, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Tätigkeit künftig besser durchzusetzen. Das wirkt Lohndiskriminierung entgegen, trägt zum Betriebsfrieden bei und steigert die Attraktivität von Unternehmen.

Aber weiterhin gibt es strukturelle Hürden, die es zu überwinden gilt: Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Damit Frauen nicht unfreiwillig in der Teilzeitfalle gefangen bleiben, brauchen wir ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Das setzt aber auch den kontinuierlichen weiteren Ausbau der Ganztagesbetreuung voraus. Und warum werden soziale Berufe, die eher von Frauen ausgeübt werden, so schlecht bezahlt? Eine Aufwertung dieser Berufe ist dringend erforderlich.

Im Lebensverlauf haben die Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt weitreichende Auswirkungen auf die soziale Sicherung im Alter. Die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern kann bis zu 54 Prozent betragen.

Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie alles daran setzt, die Entgeltlücke, die Arbeitszeitlücke und die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern endlich zu schließen. Denn Frauen haben ein ‚Recht auf Mehr‘!“

Hintergrundinformation:

Der Equal Pay Day (EPD) ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Er macht auf den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied aufmerksam, der laut Statistischem Bundesamt aktuell in Deutschland 21 Prozent beträgt. Der EPD kennzeichnet symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um den gleichen Lohn zu erzielen, den Männer für das Vorjahr erhalten haben.