www.bawue.spd.de
 

Mädchen, Frauen und Sucht: Raus aus dem Teufelskreis

?Mädchen, Frauen und Sucht: Raus aus dem Teufelskreis? lautete der Titel einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Christophsbad Göppingen mit Ulrike Ohnmeiß, Geschäftsführerin von LAGAYA, und Ulla Haussmann MdL, Gesundheits-, Sozial- und Suchtpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.
Frauen und Männer unterscheiden sich in ihrem Suchtverhalten. Während bei Männern Alkohol-, Drogen- und Spielsucht dominieren, treten bei Frauen auch verstärkt Medikamentensucht und Essstörungen auf. Mehrfachabhängigkeiten sind keine Seltenheit. Im Gegensatz zu Männern leben Frauen ihre Sucht leiser und unauffälliger, können diese lange verheimlichen. Deshalb muss Suchttherapie für Frauen andere Ansätze verfolgen.

Der Stuttgarter Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e.V. (LAGAYA) hat es sich zur Aufgabe gemacht, süchtige Frauen und Mädchen zu begleiten und ihnen auf dem Weg aus dem Teufelskreis Sucht zu helfen. Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat LAGAYA den Film ?sucht.gefühle? gedreht, den die ASF an diesem Abend den interessierten Diskussionsteilnehmern vorführte. Angefangen hat LAGAYA als Suchtberatungsstelle nur für Frauen. Ulrike Ohnmeiß verwies nicht ohne Stolz darauf, dass LAGAYA damit bis heute in Baden-Württemberg eine von nur zwei derartigen Einrichtungen ist. 95 Prozent der Klientinnen wenden sich freiwillig Hilfe suchend an LAGAYA. Im Laufe der Zeit sind verschiedene Projekte betreuten Wohnens hinzugekommen: MARA I für akut drogen- oder mehrfachabhängige und MARA II für Frauen in Substitution, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, JELLA I für 14- bis 21-jährige Mädchen mit Drogenproblemen und JELLA II als Nachbetreuungs-Wohngemeinschaft für junge Frauen ab 16 Jahren. Ein großes Problem sei zunehmend die Finanzierung, beklagte Ulrike Ohnmeiß. Das reiche von der wechselseitigen Zuweisung von Zuständigkeiten bis hin zu der Anweisung, nur Stuttgarter Bürgerinnen zu beraten.

Für Ulla Haussmann MdL ist dies eine Folge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg. In manchen Regionen haben sich daher kreisübergreifende Betreuungs- und Finanzierungskonzepte entwickelt. ?Dies ist aber leider nicht die Regel?, wie das Beispiel der Region Stuttgart zeige. In Zeiten knapper öffentlicher Haushalte sei besonders der Sozialbereich immer wieder von Mittelkürzungen bedroht. Sie versprach, sich bei den anstehenden Haushaltsberatungen im Landtag für ausreichende Finanzmittel einzusetzen.